Die wichtigste Basiskompetenz des Mediators ist die Neutralität. Neutralität bedeutet, dass der Mediator weiß, dass jeder Konfliktpartner vor dem Hintergrund seiner subjektiven Erlebniswelt seine eigene Realität hat. Dies drückt sich in einer Haltung der wertschätzenden Akzeptanz gegenüber beiden Konfliktpartnern aus. Der Mediator versteht das Denken und Handeln jedes Konfliktpartners vor dem Hintergrund seiner biographischen Gegebenheiten, seines Erlebens und seiner Situation, auch wenn er selbst als Person nicht so denkt und handelt und mit dem Denken und Handeln des Konfliktpartners nicht einverstanden ist. Das bedeutet, dass er sich jeder wertenden Meinungsäußerung enthält. Nur so ist gewährleistet, dass beide Konfliktpartner ihre Interessen und die dahinter stehenden Bedürfnisse offen legen und nicht in eine Verteidigungs- oder sogar Angriffsposition verfallen. Für beide Konfliktpartner muss die Fähigkeit der Empathie für beide Konfliktpartner glaubhaft deutlich werden. Das muss sowohl in der verbalen Sprache als auch in der körpersprachlichen Kommunikation des Mediators deutlich zum Ausdruck kommen.
